Heaven zog im Juni 2013 bei uns ein. Die Entscheidung einen 2. Hund in unsere Familie aufzunehmen war in erster Linie eine aktive Entscheidung zur Mehrhundehaltung. Heaven hat ab dem ersten Tag nicht nur unser Herz, sondern auch das von Marley im Sturm erobert. Sie war eine so unglaubliche Bereicherung für alle und wir waren total glücklich mit der Entscheidung. Seitdem ist uns klar dass wir immer mindestens zwei Hunde haben werden.

Die Welpenzeit war dann etwas schwieriger als bei Marley und schlußendlich hat Heaven nicht nur unsere komplette Essecke geschreddert, sondern auch die Tapete und den Putz von der Wand geholt….ja – das hat uns schon an die ein oder andere Grenze gebracht. Aber wie es immer so ist – die positiven Erlebnisse lassen einen die gelegentlichen Renovierungsarbeiten vergessen.

Mit Heaven haben wir dann das Thema Dummytraining schon früher und intensiver begonnen, sodass sie recht schnell wirklich gut apportieren konnte. Auf Prüfungen zu gehen hat mich aber nie gereizt und so haben wir es beim normalen Hundeschulen-Dummytraining belassen. Im Nachhinein habe ich auch das bereut, da Happy (so haben wir sie immer gerufen – und das entsprach zu 100% ihrem Naturell) extrem viel Spass am Apportieren hatte. 

Am aller liebsten hat sie uns die kleinen Ikea Bärchen gebracht…..davon schaffte sie auch 4 Stück gleichzeitig. Heaven war so ein extrem lieber und sozialer Hund – sie hat nie auf irgendetwas oder irgendjemanden aggressiv reagiert. Im Gegenteil – sie hat immer fröhlich (Happy halt) und alle waren Freunde.

Der Verlust von Marley hatte auch bei ihr ein tiefes Loch gerissen – dessen sind wir uns sicher. Sie war halt nie alleine und wir konnten ihr Wesensveränderung nach dem 01.10. 2017 täglich spüren. Daher kam auch sehr schnell die Entscheidung wieder einen 2.Hund ins Rudel zu holen.

Mit Banu verstand sie sich auf Anhieb super und sie blühte wieder zusehends auf. Heaven war halt durch und durch ein unfassbar soziales Rudeltier, die alleine nicht mehr glücklich geworden wäre.

2022 stellten wir dann etwas verspätet leider eine Gebährmutterentzündung bei ihr fest. Ich bin überzeugt dass kein Mensch mit so einer Entzündung auch nur einen Meter weit laufen könnte, aber Happy war vom Verhalten her kaum etwas anzumerken. Erst als wir den Ausfluß bemerkten wurde uns bewußt wie schlimm es ist und sie wurde notoperiert. Die Sorge kann ich kaum in Worte fassen, aber sie überstand die OP sehr gut und wir waren glücklich dass sie nicht über die Regebogenbrücke gehen musste. Die Genesung war langwierig, da Happy allergisch auf den Faden reagierte und über Wochen mit Antibiotika behandelt werden musste, aber auch dass schaffte sie und verlor dabei nie ihr unglaublich freundliches Wesen.

Sie liebte das Wasser…etwas zu sehr möchte man sagen, da sie immer extrem aufgeregt war. Sobald Wasser in der Nähe war, war die Leinenführigkeit dahin. Ohne Leine war sie kaum davon abzuhalten hinzulaufen….sehr zum Leidwesen des ein oder anderen Anglers. Am Schlimmsten war es bei unserem Urlaub im Seehotel Moldan. Da es dort einen Pool für Hunde gibt und Marley natürlich am Liebsten eine Runde nach der anderen drehte, hat sich Happy nicht mehr eingekriegt….sie rannte nur noch aufgeregt um den Pool herum und man hatte den Eindruck sie wollte alles rausholen…..inklusive anderer Hunde und Menschen…..sie wirkte derart gestresst, dass wir die Situation weitestgehend vermieden haben…..am See war es dann deutlich entspannter.

Ich bin heute noch nicht sicher ob sie am Wasser einfach nur gestresst war oder ob sie wirklich Spass daran hatte aus dem Wasser zu apportieren.

Als Banu in unser Leben trat, ließ sich Happy sofort auf sie ein und blühte sichtlich auf…….sie rannten und spielten, dass uns das Herz aufging und wieder war die Entscheidung einen 2. Hund in unser Rudel zu holen die richtige. 

Auch als 2020 dann noch Emmi zu uns kam, übernahm Happy wieder den Part der Welpen Nanni – wie spielt und erzog das es eine wahre Freude war zuzusehen.

Im Nachhinein sind wir unglaublich traurig darüber dass wir Happys Wesen nicht über eine Zucht weitergegeben haben…..sie wäre eine so unfassbar gute Welpenmama gewesen und hätte sicherlich sehr liebenswerte und arbeitswillige Welpen in diese Welt geschickt. 

Wie so häufig im Leben schaut man zurück und denkt sich…..hätte ich doch…..

Im September 2024 bekam sie eine Art Knubbel am Hinterlauf und da wir nichts übersehen wollten entschlossen wir uns sie beim Tierarzt vorzustellen. Da es sich anbot, ließen wir direkt ein Blutbild machen um mal wieder einen Status zu haben. 

Wir hatten zwar bemerkt, dass sie in letzter Zeit schneller müde war und die Spaziergänge etwas kürzer wurden. Aber dass hatten wir auf ihr Alter geschoben – mit fast 12 Jahren kann man ja auch mal ein wenig abbauen. 

Umso mehr waren wir geschockt, als wir dann die Diagnose Leukämie bekamen……wir holten uns noch eine 2. Meinung ein, aber die Werte waren derart schlecht dass eine Behandlung von beiden Ärtzen als aussichtslos angesehen wurde. Wir haben uns immer geschworen, dass wir keinen Hund aus Egoismus länger leben lassen würden als es für ihn selbst lebenswert wäre. Sie bekam Kortison, was ihren Zustand etwas verbesserte und wir bekamen noch weitere 4 Monate mit diesem wunderbaren Hund geschenkt. Die genaueren Umstände zu beschreiben fällt mir heute noch zu schwer, aber im Januar 2025 schauten wir uns eines Morgens an und wussten, dass es soweit war. 

Wir wollten immer dass Happy zu Hause gehen darf – wir finden jeder Hund sollte als letztes die geliebte Umgebung sehen dürfen und nicht eine Tierarztpraxis. Abgesehen davon hatte Happy immer Angst in einer Praxis.

Daher riefen wir Felmo an, was eine absolut gute Entscheidung war und der Tierarzt kam ein paar Stunden später zu und nach Hause.

Happy ging mit Lachscreme aus der Tube auf der Zunge über die Regenbogenbrücke in ihrem Wohnzimmer und auch die beiden Landseer waren an ihrer Seite.